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Gedanke zur 20. Woche 2026

"Denn wir kämpfen nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte, die Gewalten, die Fürsten dieser Finsternis, gegen die Geister des Bösen in den Himmeln." - Epheser 6:12

Liebe Freunde der FEG Unteres Aaretal,

Kürzlich habe ich "Die schwarze Spinne" von Jeremias Gotthelf gelesen. Die Geschichte ist nun schon bald 180 Jahre alt, aber sie hat noch immer was zu sagen, meine ich. Gotthelf schafft es nämlich, die in Epheser 6 beschriebene Realität des Bösen anschaulich zu machen. Es gibt es eine Person in der Geschichte, die bereit ist, einen Pakt mit dem Teufel einzugehen und in der Folge von einer dämonischen schwarzen Spinne gequält wird. Aber die Moral der Geschichte ist nicht etwa (wie bei anderen ähnlichen Geschichten), dass die menschliche Klugheit den Teufel schlussendlich überlistet, oder dass es überhaupt kein Entrinnen gibt vor dem Bösen.

In der Geschichte kann ein Priester mit seinem Weihwasser die Spinne in Schach halten, ein anderer Priester kann es allerdings nicht. Warum? Der zweite vertraut auf das Weihwasser, der erste aber auf Gott. Damit (und auch an vielen anderen Stellen im Buch) macht Gotthelf den Punkt: Es sind nicht die Rituale, nicht die Worte, nicht das Weihwasser, nicht der Priester, nicht die menschliche Klugheit die retten, sondern nur das Gottvertrauen. Wie Jesus sagt: man kann nicht zwei Herren dienen. Und man kann nicht den Herrn bekämpfen, dem man dient. Diejenigen in der Geschichte, die ihren eigenen Vorteil suchen und die Spinne dazu nutzen wollen, sie sind nicht in der Lage, die Spinne zu bekämpfen. Und wie uns die Geschichte diesen unsichtbaren Kampf verbildlicht, so fragt sie auch: worauf willst du in diesem Kampf setzen?

Euer Yannick