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Gedanke zur 26. Woche 2026

"Und sie setzten sich zu ihm auf die Erde, sieben Tage und sieben Nächte, und keiner sagte ein Wort zu ihm, denn sie sahen, dass der Schmerz sehr gross war." - Hiob 2:13

Liebe Freunde der FEG Unteres Aaretal,

So viel Schlechtes man über die Freunde von Hiob sagen kann, ihr Verhalten in diesem Vers finde ich sehr vorbildlich. Hiob erleidet ein unvergleichlich schweres Schicksal. Die menschliche Versuchung ist es wohl, etwas zu sagen: "Ich weiss warum das geschieht", oder: "Ich weiss wie du dich fühlst", oder: "Sieh es positiv." Alles Aussagen, die unterschwellig noch mitvermitteln, dass die eigene Perspektive die bessere ist und zu einer Belehrung berechtigt.

Nun, wer das Buch Hiob gelesen hat weiss wohl, dass die Freunde Hiobs dieser Versuchung erliegen werden und Hiob über vieles Verschiedenes belehren werden. Aber hier, in Hiob 2, halten sie noch ihre Klappe. Und es geht hier nicht darum, dass manche Leute lieber ihren Mund nicht aufmachen sollten. Vielmehr meine ich den generellen Wert davon, nichts sagen zu können. So einfach das klingt, einfach nichts zu sagen. So einfach ist es doch nicht. "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" sagt das Sprichwort. Es ist eine Fähigkeit zu wissen, wann es unangebracht ist, etwas zu sagen. Zu wissen, dass man nicht in jede Situation hineinsprechen soll - oder vielmehr: kann.

Euer Yannick