Liebe Freunde der FEG Unteres Aaretal,
Salomo schreibt in seinen Sprüchen verschiedenste kurze Weisheiten, ohne viel Kontext zu geben und ohne Anspruch auf Ausführlichkeit. Generell - so sagt es Salomo in diesem Ausspruch - bringt einem Hochmut Schande ein und die Bescheidenheit korreliert mit Weisheit. In den Sprüchen wird oft ohne Grautöne gemalt. Nun natürlich macht das die Sprüche nicht unwahr. Aber es muss uns nicht überraschen, wenn der eine oder andere Hochmütige nicht in Schande verfällt.
Auf Hochmut zu setzen ist jedenfalls keine gute Strategie, warnt dieser Ausspruch. Wer sich nichts sagen lässt, wer sich immunisiert gegen konstruktive Kritik und damit rechnet, alles zu wissen und zu verstehen, der handelt nicht weise. Er verliert die Perspektive von aussen, die ihm seine blinden Flecken aufzeigen würde.
Nun, es hält sich bestimmt niemand für denjenigen, der immer hochmütig ist. Der Ausspruch führt uns vielmehr immer wieder vor Augen, dass wir immer wieder wählen müssen, ob wir uns in einer Situation hochmütig oder bescheiden verhalten werden. Und sind wir ehrlich, den Gedanken, es strikt besser zu wissen, als die "Anderen", die Vorfahren und die, die irgendwie über uns stehen... diesen Gedanken denken wir mehr als einmal im Leben. Und schnell sagen wir: "Ach komm, was weiss der schon." und lehnen damit die Weisheit ab. Es geht nicht darum, keine Meinung haben zu dürfen, oder nicht kritisch zu prüfen, was uns gesagt wird. Im ersten Thessalonicher 5:21 heisst es: "Prüft aber alles, das Gute behaltet!" Und manchmal geht das "prüft alles" viel leichter als das "das Gute behaltet."
Euer Yannick
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